Geschichtliches und Historisches zur Insel Rügen

Zahlreiche Opfersteine und Steingräber zeugen davon, dass Rügen schon während der Steinzeit besiedelt war. Bis zur Völkerwanderung herrschten die Rugier, ein ostgermanischer Stamm, über die Insel.

Im frühen Mittelalter errichteten die Ranen, ein westslawischer Stamm, ein Reich aus Rügen, das zur vorherrschenden Macht aufstieg und sogar die mächtigen Dänen das Fürchten lehrte. Die Standpfeiler der Macht waren neben der günstigen strategischen Lage, welche sie mit zahlreichen Befestigungen ausbauten, vor allem die starke Flotte.

Erst der dänische König Waldemar I. schaffte es, die slawische Vorherrschaft zu brechen, indem er 1168 den Svantonviit-Tempel am Kap Arkona zerstörte. Mit der Vernichtung dieses überregional bedeutenden Tempels war auch die kulturelle und religiöse Eigenständigkeit der Ranen beendet, der ranische Fürst Jaromar I. wurde zum Vasallen des dänischen Königs.

Nur wenige Jahre später, nämlich 1184 wollten die Pommern im Auftrag des römisch-deutschen Kaisers Rügen erobern. Das Pommersche Heer wurde jedoch im Greifswalder Bodden vernichtend geschlagen. Stattdessen veränderte die Insel unter dänischer Herrschaft ihr Gesicht radikal: Die Dänen gründeten mehrere Klöster und Städte, darunter 1234 Stralsund. Außerdem wurden zahlreiche deutsche Kolonisten auf Rügen angesiedelt.

Nachdem der letzte slawische Fürst Wizlaw III. 1325 gestorben war, fiel die Insel Rügen an Pommern-Wolgast. Nachdem es zugleich Streitigkeiten um den dänischen Thron gab, kam es zu den zwei Rügenschen Erbfolgekriegen, bevor die Insel schließlich 1354 endgültig an Pommern-Wolgast fiel und damit auch Teil des Heiligen Römischen Reiches wurde. Nachdem Pommern-Wolgast und Pommern-Stettin vereinigt wurden, fiel Rügen mit dem Westfälischen Frieden an Schweden.

Zum Spielball der europäischen Mächte wurde Rügen zwischen 1648 und 1715, als die brandenburgischen Kurfürsten die Insel mehrfach kurzzeitig der schwedischen Herrschaft entrissen. Schließlich besetzten die Franzosen während der Napoleonischen Kriege zwischen 1807 und 1813 die Insel. 1814 fiel die Insel im Frieden von Kiel zunächst nach Dänemark, ein Jahr später, mit dem Wiener Kongress, an Preußen.

Durch die politische Neuordnung der Landkarte nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rügen Teil Mecklenburgs. Die Insel wurde in den 1950er Jahren zum Brennpunkt der Aktion Rose, welche zum Ziel hatte, Hotels und andere touristische Einrichtungen zu verstaatlichen. Die privaten Inhaber wurden unter dem Vorwand von Agententätigkeit oder Wirtschaftskriminalität in Schnellverfahren abgeurteilt und enteignet. Dadurch brach der Fremdenverkehr zunächst völlig zusammen. Doch in den folgenden Jahrzehnten wurde Rügen wieder zum wichtigsten Urlaubsgebiet der DDR-Bürger.

Eine touristische Hochburg blieb die Insel auch nach der deutsch-deutschen Vereinigung. Allein ein Viertel aller Übernachtungen in ganz Mecklenburg-Vorpommern entfallen auf Rügener Übernachtungsbetriebe.


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